Löwe und Löwin ruhen in der Savanne

Zu den Big Five gehören fünf afrikanische Tiere: Löwe, Leopard, Elefant, Büffel und Nashorn. In Kenia können Sie alle sehen, aber nicht in jedem Park. Elefanten, Büffel und Löwen sind relativ leicht zu finden, der Leopard braucht Geduld und das Nashorn ist das seltenste der fünf.

Die Big Five „abzuhaken“ ist für viele Reisende der Traum ihrer ersten Safari. Hier erfahren Sie, was jedes Tier besonders macht, wo in Kenia Ihre Chancen am besten sind und wie Sie eine Route planen, auf der Sie wirklich alle fünf sehen können.

Woher kommt der Name Big Five?

Der Begriff stammt von Großwildjägern der Kolonialzeit. Er bezeichnete nicht die größten Tiere, sondern die fünf, deren Jagd zu Fuß als besonders schwierig und gefährlich galt. Deshalb fehlen Flusspferd, Giraffe und Gepard auf der Liste, obwohl sie größer oder schneller sind als manche der fünf.

Heute werden die Big Five nur noch mit der Kamera „gejagt“. Ihr Überleben hängt von Schutzgebieten und von Einnahmen aus dem Tourismus ab, mit denen Ranger und Patrouillen gegen Wilderer bezahlt werden. Jeder Besuch in einem Nationalpark hilft ein wenig mit.

Elefantenfamilie zieht durch die Savanne
Löwin läuft direkt auf die Kamera zu

Löwe: König der Savanne

Löwen leben in Rudeln und ruhen die meiste Zeit des Tages im Schatten. Aktiv sehen Sie sie deshalb am ehesten früh morgens und am späten Nachmittag. Kenias berühmtestes Löwengebiet ist die Masai Mara, wo die Rudel groß und auf den offenen Ebenen gut zu entdecken sind.

Am nächsten zur Küste leben Löwen in Tsavo East und Tsavo West. Die Männchen haben dort oft eine kurze oder spärliche Mähne – einer Theorie zufolge wegen der Hitze –, und die Löwen von Tsavo wurden beim Bau der Eisenbahn 1898 als „Menschenfresser von Tsavo“ berühmt. Löwen gibt es außerdem in Amboseli und am Lake Nakuru.

Leopard: die größte Herausforderung

Der Leopard ist ein Einzelgänger, der vor allem nachts jagt und den Tag in Bäumen, dichtem Busch oder zwischen Felsen verbringt. Selbst erfahrene Guides können keine Sichtung versprechen – genau deshalb ist eine Begegnung so aufregend. Achten Sie auf einen Schwanz, der von einem Ast hängt, oder auf Beute, die in einem Baum hängt.

Die besten Chancen haben Sie dort, wo es viel Deckung und Beute gibt: in den Uferwäldern der Masai Mara, in den Akazienwäldern am Lake Nakuru und in den felsigen Hügeln von Tsavo West. Entscheidend ist Zeit – eine mehrtägige Safari mit Pirschfahrten am Morgen und Abend erhöht die Chancen deutlich.

Leopard ruht auf einem umgestürzten Baum
Afrikanischer Elefant im grünen Busch

Elefant und Büffel: die Riesen von Tsavo und Amboseli

Der Afrikanische Elefant ist das größte Landtier der Erde, und Kenia gehört zu den besten Orten, ihn zu beobachten. Im Tsavo-Ökosystem lebt die größte Elefantenpopulation des Landes; die Tiere sind für ihre rötliche Färbung bekannt, die vom roten Staub stammt, mit dem sie sich bestäuben. Im Amboseli-Nationalpark fotografieren Sie Elefantenfamilien vor dem Kilimandscharo.

Der Afrikanische Büffel wirkt wie ein gemütliches Rind, gehört aber zu den unberechenbarsten Tieren der Savanne. Herden mit Hunderten Tieren grasen in Tsavo, in der Masai Mara und rund um den Lake Nakuru, alte Bullen leben oft allein oder in kleinen Gruppen. Von allen Big Five ist der Büffel meist am leichtesten zu sehen.

Nashorn: das seltenste der fünf

In Kenia leben Spitz- und Breitmaulnashörner. Beide Arten wurden durch Wilderei fast ausgerottet und überleben heute vor allem in eingezäunten Schutzgebieten unter ständiger Bewachung. Deshalb muss man wissen, wo man suchen sollte:

  • Lake Nakuru – einer der besten Orte in Kenia für Spitz- und Breitmaulnashörner, die oft nahe der Piste grasen.
  • Tsavo West – das Ngulia Rhino Sanctuary schützt Spitzmaulnashörner. Sie sind scheu und leben im dichten Busch, für eine Sichtung braucht man Glück.
  • Ol Pejeta in Laikipia – ein Schutzgebiet, bekannt für seine große Spitzmaulnashorn-Population und den Einsatz für das Nördliche Breitmaulnashorn.
  • Masai Mara – eine kleine Population von Spitzmaulnashörnern, die man nur selten sieht.

In Tsavo East und Amboseli sieht man praktisch keine Nashörner. Steht das Nashorn weit oben auf Ihrer Liste, bauen Sie Lake Nakuru in die Route ein.

Nashörner grasen am Ufer des Lake Nakuru

Wo man die Big Five in Kenia sieht: Parks im Vergleich

Die Tabelle zeigt die typischen Chancen in den Parks, die wir am häufigsten besuchen. Sie ist eine Übersicht, keine Garantie: Tiere wandern und jede Safari ist anders.

ParkLöweLeopardElefantBüffelNashorn
Tsavo EastGutGelegentlichSehr gutSehr gutPraktisch keine
Tsavo WestGutGelegentlichGutGutSelten (Schutzgebiet)
AmboseliGutSeltenSehr gutSehr gutPraktisch keine
Lake NakuruGutGelegentlichKeineSehr gutSehr gut
Masai MaraSehr gutGutGutSehr gutSelten

Von der Küste aus bietet eine zwei- bis dreitägige Safari durch Tsavo East und Tsavo West gute Chancen auf vier der Big Five. Wer alle fünf sehen möchte, ergänzt Lake Nakuru – am besten im Rahmen einer Private Safari nach Ihren Wünschen.

Achten Sie auch auf die kleineren Tiere. Guides erzählen gern von den „Little Five“ – Ameisenlöwe, Rüsselspringer, Pantherschildkröte, Büffelweber und Nashornkäfer – und augenzwinkernd von den „Ugly Five“: Hyäne, Geier, Marabu, Warzenschwein und Gnu. Eine Rüsselspringer-Art lebt übrigens im Arabuko-Sokoke-Wald bei Watamu.

Häufige Fragen

Welche Tiere gehören zu den Big Five?

Löwe, Leopard, Elefant, Afrikanischer Büffel und Nashorn. Jäger bezeichneten damit ursprünglich die fünf Tiere, deren Jagd zu Fuß am gefährlichsten war; heute sind sie die klassische Wunschliste jeder Safari.

Wo sieht man die Big Five in Kenia?

Alle fünf leben in der Masai Mara, Nashörner sind dort allerdings selten. Näher an der Küste bieten Tsavo East und West Löwen, Leoparden, Elefanten und Büffel, und der Lake Nakuru gehört zu den besten Orten für Nashörner.

Kann man die Big Five an einem Tag sehen?

Das ist möglich, aber selten, weil Leopard und Nashorn schwer zu finden sind. Planen Sie realistisch eine Safari von mindestens zwei bis drei Tagen und kombinieren Sie Parks mit unterschiedlichen Tieren.

Warum gehört der Gepard nicht zu den Big Five?

Der Name hat nichts mit Größe oder Geschwindigkeit zu tun. Er stammt von Jägern, für die der Gepard keine gefährliche Beute war. Trotzdem gehören Geparden zu den Höhepunkten einer Kenia-Safari, vor allem in der Masai Mara.

Afrikanischer Büffel in Schwarz-Weiß

Alle fünf sehen?

Schreiben Sie uns, welche Tiere Sie am liebsten sehen möchten und wie viel Zeit Sie haben. Wir schlagen Ihnen die Route mit den besten Chancen vor – von zwei Tagen in Tsavo bis zu einer längeren Safari mit Lake Nakuru.

Junger Löwe läuft durch trockenes Gras